Hovawarte

SDer-Hovawarttefan Schubert: (danke, dass ich es verwenden darf)

Bedauernswert die Vierbeiner, die nur zum Schmusen und Gassi-Gehen gehalten werden. Denn ihre Kraft, ihre Spürnase und vor allem ihr unbändiger Lerneifer machen Hunde zu begeisterten WORKAHOLICS und zu ganz besonderen FREUNDEN.

Zur Geschichte des Hovawartes und dem Rassestandard empfehle ich Ihnen den RZV als Informationsquelle.
Was ist nun das Besondere an Hovawarten?
Aus meiner Sicht:

Zunächst ist der Hovawart ein Gebrauchshund.  Bei der Zucht setzt der RZV neben den äußerlichen Merkmalen auch Standards bezüglich der Wesensmerkmale.

Die Anatomie eines Gebrauchshundes soll so beschaffen sein, dass der Hund nicht „bauartbedingt“ eingeschränkt ist – nicht in seiner Gesundheit und nicht in seinem Wohlbefinden. Er soll den Anforderungen an eine Aufgabe physisch und psychisch gewachsen sein. Das ist mir persönlich sehr wichtig.

Ein Hovawart aus dem RZV soll leicht motivierbar sein. Er soll arbeitsfreudig sein und beharrlich, er soll unerschrocken und belastbar sein. Er soll weder hektisch noch phlegmatisch sein. Auf keinen Fall darf er ängstlich sein.

Wie ein Hovawart sich aber letztlich entwickelt, das hängt auch wesentlich von seinen Menschen ab. Deswegen war mir Stefans Zitat so wichtig. Schmusen und Gassi-gehen mögen nettes Beiwerk sein. Aber ein Hund braucht mehr als das. Erst recht ein Hovawart mit seinen Gebrauchshundeigenschaften. Fähigkeiten und Erfahrungen geben Sicherheit, Selbsvertrauen macht gelassen. Hundgerechter Umgang macht Spaß und fördert des Hundes tolle Fähigkeiten.

Hunde sind uns nicht unterlegen. Sie können viel mehr als wir ahnen. Manchmal erkennen  wir ihre Fähigkeiten nicht einmal. Wir wissen, dass sie einen extrem guten Geruchssinn haben und Gefühle wie Angst und Trauer, ja sogar Krankheiten über den Geruch wahrnehmen können.

Sie nehmen Nuancen unserer Mimik und Gestik wahr und reagieren entsprechend. Sie wissen, wann ein Wort ein Kommando ist und sie entscheiden, ob sie folgen oder nicht.

SD1Hunde können uns beschützen, nicht nur in dem sie Übeltäter beißen, alleine schon durch das Knurren und ihre Präsenz lassen sie manchen Schurken stramm stehen. Allein die Anwesenheit eines Hundes kann Eigentum schützen.

Während ein Schild mit der Aufschrift  „Hier wacht ein Labrador“ Dieben im schlimmsten Fall Hoffnung macht, dass der Hund beim Tragen hilft, sieht das anders aus, wenn auf einem Schild „Hovawarte diskutieren nicht“ steht.   Das ist natürlich verallgemeindernd. Es gibt auch Labradore mit Schutzhundausbildung und ausgesprochene Schlaftabletten unter Hovis. Aber in der Regel ist der Hovi der ernsthaftere Gegner. Diebe wissen das (hoffentlich).

Nun stelle man sich vor, ein Hund bringe alle diese Fähigkeiten und Eigenschaften mit. Er hat unglaubliches Potential für die Nasenarbeit, richtig großes Interesse daran, seine Menschen zu beschützen und sein Heim zu verteidigen.

Aber nichts davon wird gebraucht oder trainiert. Mancher Hovawart (mancher Hund) lebt dann einfach so vor sich hin. Mancher überlegt, was er so mit seinen Fähigkeiten anfangen könnte. Er beginnt dann vielleicht auf eigene Faust, sich Aufgaben oder einen Job zu suchen.

Stellen Sie sich vor, Sie wüssten einfach von sich, dass sie ein begnadeter Sprinter sind. Sie hatten noch nie die Gelegenheit das zu probieren oder gar zu trainieren? Wären Sie glücklich?

Je nachdem, wie stark die Beziehung zum Hundeführer und zur Familie ist, wird ein Hovi sich an seinen Leuten orientieren.  Ein Hovawart ist nicht so sehr auf eine Person fixiert, wie das oft zum Beispiel bei Schäferhunden ist. „Kadavergerhorsam“ ist dem Hovawart fremd.

Momo stark     Madame macht keine Gefangenen :-)

Momo stark
Madame macht keine Gefangenen 🙂

Hovawarte sind sehr lernfreudig und eifrig in ihrem Tun.

Dass Hovawarte dominante Hunde sind, das ist ein Märchen. Hovawarte sind intelligent und sie merken, wenn der Mensch nicht souverän ist. „Lautsprecher“ sind keine guten Hundeführer. Ein Hovawart hat sehr schnell raus, ob sein selbsternannter Rudelführer Substanz hat. Darin ist ein Hovawart vielleicht schneller als manch anderer (Rasse-) Hund. Auf jeden Fall ist er diesbezüglich „nachhaltiger“ als die meisten Hunde anderer Rassen. Einem „Lautsprecher und Schaumschläger“ wird ein Hovawart nicht (so gern) folgen.  Je nach Persönlichkeit wird der Hund dem Menschen klar machen, wer der Chef im Ring ist. Das ist beim Mops nicht wesentlich anders als bein Hovawart. Nur ist im Falle des Hovawartes „das Problem“ dann etwas größer.